News


Industrie-Treffen in der BetoncoupeArena ganz im Zeichen des Pioniergeistes!

5. Jun 2019
Autor: Reto Spiegel

Präsident Urs Nussbaum durfte am sommerlich-heissen Mittwochabend des 5. Juni gut 50 Mitglieder und Gäste zur Generalversammlung 2019 begrüssen. Seit Jahren prägen heisseste Temperaturen regelmässig die GVs des Industrie- und Handelsvereins Region Olten und sorgen zuweilen für sommerlich-legeres Tenue. Die gut isolierte neue Sporthalle der BetoncoupeArena in Schönenwerd vermochte die gut zweistündige Veranstaltung mit anschliessendem Apéro riche jedoch diesmal auf angenehm erträgliche Temperaturen zu kühlen. Thematisch ging es dann aber doch recht heiss her. Die Präsentation der lokal ansässigen Namens- und Gastgeber-Unternehmung Marco Dätwyler Gruppe durch Verwaltungsratspräsident Stephan Glättli zeigte eine eindrucksvolle Firmengruppe, welche vor 40 Jahren als Einzelfirma mit viel unternehmerischem Pioniergeist gegründet wurde und sich über die letzten Jahre durch strategisch clevere Zukäufe zu einem weit verzweigtes Unternehmens-Konglomerat mit Schwerpunkt kontrollierter Betonrückbau und Kanalsanierung entwickelt hat. Die BetoncoupeArena beweist das Bekenntnis der Unternehmerschaft zu ihren lokalen Wurzeln und ihr Engagement für einen gesunden Wirk- und Wohn-Standort Schönenwerd. Vielfach wird die BetoncoupeArena direkt mit dem NLA-Verein Volley Schönenwerd in Verbindung gebracht. Fakt ist jedoch, dass die Lokalität komplett unabhängig von ihrem Hauptmieter auch für kleinere wie grössere Events aller Art zur Verfügung stehen kann und will. So war dieser Anlass technisch und organisatorisch in den Händen von Geschäftsführer Beno Meier gut aufgehoben. Für das kulinarische Wohl nach der Veranstaltung sorgte der bestens bekannte Caterer Thommen Gastronomie, persönlich vertreten durch Beat Thommen und sein Team.

Im Anschluss präsentierten CARGO SOUS TERRAIN-Verwaltungsrat Stefan Nünlist und und VR-Präsident Peter Sutterlütti ihr weltweit einzigartiges und ambitioniertes Logistik-Projekt, welches 2030 im Gäu seinen Start feiern und dereinst Stückgut, also Paletten und Pakete, unterirdisch durch ein Gütertransportsystem mit 6 Metern Durchmesser quer durch die ganze Schweiz führen soll. Namhafte Initianten und Aktionäre, wie Swisscom oder Post oder die grossen Schweizer Detailhändler wie Migros und Coop sind überzeugt, Cargo Sous Terrain – kurz CST – entlaste Schienen und Strassen, reduziere die Umweltbelastung und sorge inskünftig für die pünktliche Lieferung von Waren für alle. Wie eingangs erwähnt, ist das Thema CST aktuell brennend heiss, denn just am 3. April dieses Jahres hat der Bundesrat den Start der Vernehmlassung zum CST-Gesetz bekanntgegeben. 

Ungeachtet des Ausgangs dieser Vernehmlassung darf man Idee und Konzept dieses Projektes als Mut und Willensäusserung einer progressiven Industrie-Generation zur Pionierleistung in der Währung des Gotthard-Tunnelbaus bewerten, notabene komplett finanziert durch privatwirtschaftliche Mittel. Das internationale Interesse an diesem Projekt ist jetzt schon sehr gross und dessen erfolgreiche Realisierung könnte die Schweiz im Innovationsranking wieder ganz nach vorne bringen. Ganz sicher aber bedarf es in naher Zukunft intensiver Aufklärung in den Standortgemeinden über die Chancen, das analoge Logistik-Valley Gäu mit viel Verkehr, Lärm und Lagerhallen in einen digitalen Logistik-Hub 2.0 umzuwandeln und damit Geschichte zu schreiben. Aus regionaler Sicht zusätzlich erfreulich ist der Umstand, dass sich die Geschäftsstelle von CSR seit diesem Frühjahr in Olten befindet.

Nach so viel unternehmerischer Zukunftsmusik war es Aufgabe von Präsident und Sekretär des IHVO, die versammelten Mitglieder wieder auf den Boden der Realität zurückzuholen. Dies gelang Urs Nussbaum ganz gut mit seiner persönlichen Interpretation des internationalen Wettbewerbs-Rankings des IMD, wo die Schweiz vom letztjährigen 5. auf den aktuell 4. Platz einen Rang gut gemacht hat. Seiner Einschätzung nach liegen die Herausforderungen bei der verstärkten Tendenz zur (Über-)Regulierung auf dem Arbeitsmarkt und einer unterdurchschnittlichen Zunahme der Produktivität und Effizienz. Hier bestehe noch Luft nach oben.

Effizienz bewiesen Nussbaum und Glättli mit der Behandlung der üblichen GV-Geschäfte, wobei sich die beiden Protagonisten jeweils auf unterhaltsame Weise den Ball zuspielten. Mit ausgeglichener Bilanz und einem schönen Mitgliederzuwachs konnte dem Vorstand des IHVO für das Vereinsjahr 2018 ruhigen Gewissens Décharge erteilt werden.

Präsentation MDG 

Bericht im Oltner Tagblatt 

15 Bilder

Praxistag 2019 «Digitale Unternehmenskommunikation»

24. Mrz 2019
Autor: Text und Bilder: Christoph Henzmann, Kommunikationsbeauftragter BBZ Olten

Am vergangenen Freitag, 22. März 2019, fand der Praxistag in den Räumen der FHNW Olten zum Thema «Digitale Unternehmenskommunikation» statt. Die Organisation 

war ein Kooperationsprojekt der FHNW Olten, der Kanti Olten, des BBZ Olten und des Industrie- und Handelsverein Olten und Umgebung IHVO.

Das Ziel des Organisationskomitees war es für diesen Tag, einen Austausch zwischen Führungskräften von etablierten regionalen Unternehmen und Studierenden und Lernende der beteiligten Institutionen auf die Beine zu stellen. Thematisch standen besonders die Aspekte des E-Recruiting, des E-Branding, die Datensicherheit und die Digitalisierung von wirtschaftlichen Prozessen im Vordergrund. Schwerpunkte also, die heute fast alle und die Jugendlichen in Zukunft sicherlich beschäftigen werden.

Digital in allen Bereichen 

In den von den Organisator/-innen souverän moderierten Workshops wurden die Gäste jeweils kurz vorgestellt, bevor diese ihren Arbeitsbereich umrissen. Digitales Denken und eine gewisse Affinität für diese Entwicklungen seien heute eine Grundvoraussetzung, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren. Gerade bei grossen Firmen sei zum Beispiel das E-Recruiting heute Standard, und so sei es entscheidend, eine gut strukturierte, sprachlich einwandfreie Bewerbung einzulegen, um überhaupt eine Chance auf eine offene Stelle zu haben. Im Bereich des E-Branding sei es heute noch nicht für alle Firmen Pflicht, einen Auftritt im Netz zu pflegen, in Zukunft sei dies aber wohl unumgänglich, um ein erfolgreiches Marketing betreiben zu können. Denn was die jeweilige Zielgruppe wolle, drücke diese oft online aus. Im Bereich des öffentlichen Verkehrs ging es auch um ganz konkrete Fragen: Wie funktioniert die Kommunikation unter autonomen Verkehrsteilnehmern und wie kann es möglich werden, dass selbstfahrende Fahrzeuge auf den Markt kommen?

Schneller und effizienter

Daten- und Informationssicherheit ist es, welche über alle Facetten hinweg die eine grundlegende Wichtigkeit erlangt. Welche Daten müssen von wem wie geschützt sein und wie können diese grossen Ströme wirtschaftlich gewinnbringend eingesetzt werden, Fragen, die alle Referierenden beschäftigen. Im Bereich der Banken geht es längst nicht mehr nur um E-Banking, sondern wie in vielen anderen Branchen auch um die Verknüpfung von Anwendungen, aus denen dann eine Wertschöpfung erzielt werden kann. Prozesse werden dadurch intern erleichtert und beschleunigt, aber auch für die Kunden von Betrieben entstehen Vorteile, gerade weil vieles ohne Papier und von jedem Smartphone aus erledigt werden kann. Prozesse, Produkte und Beratung können gewinnbringend zusammengeführt werden und helfen sowohl den Firmen als auch den Kunden, den Alltag zu optimieren.

 

Über alle Workshops hinweg wurden die Fragen der Digitalisierung nicht nur in der Arbeitswelt kritisch hinterfragt. Wie verändert sich der Alltag, wenn man 24 Stunden erreichbar ist und wie ist es möglich, sich selber abzugrenzen? Werden wir in Zukunft zu digitalen Nomaden, da wir immer und überall arbeiten können?

Zum Abschluss des Tages hielt Morena Diaz ein erfrischendes Impulsreferat, in welchem sie die Vor- und Nachteile einer Influencerin, die auch als Primarlehrerin tätig ist, reflektierte. Nach ihren ersten Erfahrungen auf Instagram hatte sie ihren Account wieder gelöscht, um dem Druck der Schönheitsideale nicht mehr ausgesetzt zu sein. Doch sie wollte vor den Problemen nicht weglaufen und eine neue Art des Bloggens und Influencens schaffen: Gegen die Schönheitsideale, den Fitnesswahn und die Essstörungen angehen, gegen den Strom schwimmen, wie sie sagte. Es brauche durchaus Mut, Bilder von normalen Frauen im Bikini zu zeigen, gerade auch von sich selber, wenn man als Lehrerin eine öffentliche Person sei. Die Gefahr und Herausforderung von Social Media sei für sie eben, dass sie quasi als Blitzableiter herhalten müsse. Mit ihrer Nahbarkeit und authentischen Menschlichkeit ist es ihr bis heute gelungen, über 70'000 Follower zu gewinnen, denn der perfekt glatte Auftritt sei auch bei den Unternehmen nicht mehr gefragt, für die Influencerinnen wie Morena Diaz Werbung machen.

 

Ein spannender Nachmittag, der von Thomas Vogt als Ressortleiter Bildung auf Seiten des IHVO und dem OK auf die Beine gestellt wurde. Sie ermöglichten den Teilnehmenden einen umfassenden Blick auf die vielen Aspekte der Digitalisierung unserer Lebenswelt. Genau solche Anlässe sind es, welche die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Bildung stärken.

Text und Bilder: Christoph Henzmann, Kommunikationsbeauftragter BBZ Olten

39 Bilder