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IHVO-Generalversammlung im Campus-to-net
16. Jun 2026
Autor: Reto Spiegel / Urs Nussbaum
Der Industrie- und Handelsverein Region Olten traf sich am Donnerstag, 11. Juni zur Generalversammlung mit Betriebsbesichtigung beim neuen Campus-to-net in Däniken. Der prächtige neue Industrie-Holzbau beeindruckte die rund 40 Gäste vom ersten Moment an durch Ästhetik und clevere Raumkonzepte.
Die Firma Tonet und der Campus-to-net
Nach über 65 Jahren in Dulliken zog die Tonet AG Ende 2025 nach Däniken um. Das Unternehmen ist ein Schweizer Spezialist für Holzoberflächen und alles, was mit deren Behandlung, Pflege und Reparatur zu tun hat. Im Kern handelt die Firma mit Lacken, Beizen und Ölen sowie mit Produkten und Geräten für Schleifen, Ausbessern und Oberflächenbehandlung; dazu kommt auch Beratung und Entwicklung rund um diese Themen. Kurz gesagt: Die Tonet AG unterstützt vor allem Schreinereien und andere Kundinnen und Kunden dabei, Holzoberflächen fachgerecht zu veredeln, zu pflegen und wieder instand zu stellen.
Während der Betriebsführung erhielten die Mitglieder des IHVO von VR-Präsident Rico Tonet und der Geschäftsleiterin des Campus Erina Tonet einen unterhaltsamen und praxisnahen Einblick in den Betrieb sowie in dessen vielfältige Tätigkeitsbereiche.
Einerseits stehen im unteren Bereich insgesamt drei Räume zur Verfügung, darunter zwei Seminarräume. Besonders auffällig ist ein flexibel gestalteter Raum mit einer modularen Holzarena. Diese erlaubt es, den Raum je nach Bedarf anzupassen und moderne Lernformen umzusetzen, beispielsweise Gruppenarbeiten, kreative Projektsettings oder sogenannte „Insel-Lösungen“. Dadurch entsteht eine offene und vielseitig nutzbare Lernumgebung. Diese dienen der Aus- und Weiterbildung rund um Holzverarbeitung und -pflege. Derzeit werden vier verschiedene Kurse angeboten, die sich mit Themen wie Ölen, Beizen, Instandhaltung und Ausbesserung von Holzoberflächen befassen. Dabei wird praxisnah vermittelt, wie Holz richtig behandelt und langfristig erhalten werden kann. Ein zukünftiges Ziel ist es, das Kursangebot auch für Privatpersonen auszubauen. So sollen beispielsweise Personen angesprochen werden, die ihre eigenen Möbel – etwa Holztische – pflegen, auffrischen oder reparieren möchten. Eine besondere und persönliche Note erhält der Kursbereich durch die Namensgebung der Räume, die nach Gründer-Ehepaar Bruno und Liselotte Tonet benannt sind. Diese Idee stammt aus der jüngeren Generation und verleiht dem Betrieb eine familiäre und sympathische Identität.
Im weiteren Verlauf der Führung wurden die betrieblichen Abläufe des Aufbereitungsbereiches genauer erläutert. Ein wichtiger Aspekt ist das präzise Mischen verschiedener Farben. Dabei müssen Faktoren wie Temperatur, Konsistenz und Materialeigenschaften genau beachtet werden, da diese je nach Mischung variieren und das Endprodukt stark beeinflussen. Unterschiedliche Anforderungen – beispielsweise bei matten oder speziell beschichteten Oberflächen – machen diesen Prozess besonders anspruchsvoll und erfordern viel Erfahrung und den Einsatz von Hightech-Maschinen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Bereich Logistik und Lager. Hier wurde gezeigt, wie Waren im Alltag hochautomatisiert verarbeitet werden: von der Anlieferung über die vollautomatische Einlagerung und das Verpacken bis hin zum Versand. Täglich werden tausende von Einzelprodukten gerüstet und verschickt, was eine gute Organisation und effiziente Abläufe voraussetzt. Dieser Bereich ist entscheidend für das reibungslose Funktionieren des gesamten Betriebs. Sehr interessant auch die Ausführungen zu der Vulnerabilität der webbasierten Prozesssteuerung. Tonet investiert rund zehn Prozent des Umsatzes in IT-Sicherheit, da das Unternehmen permanent von kriminellen Hackern ausspioniert und jedes Schlupfloch im System für Cyberkriminalität ausgenutzt würde.
Rico Tonet schloss die Betriebsbesichtigung mit der sehr unterhaltsamen und emotionalen Geschichte der Firma ab, vom Gründer-Ehepaar bis zur 3. Generation mit Flavio und Erina Tonet.
Die GV des IHVO
Die GV wurde in der wunderschönen Cafeteria des Campus durchgeführt. Nebst dem statutarischen Teil standen in erster Linie Begrüssung und Jahresbericht des Präsidenten Urs Nussbaum im Fokus.
Begrüssung
Geschätzte Mitglieder, liebe Gäste,herzlich willkommen zur IHVO-Generalversammlung. Die Zeitverschiebung bringt es glücklicherweise mit sich, dass das Konkurrenzprogramm der WM erst um 21:00 mit Mexiko gegen Südafrika startet – das werden wir schaffen!
Amerika ist aber ja hoffentlich nicht nur für die Schweizer Fussballnati das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sondern hat diesen Frühling auch technologisch bewiesen, dass es weiterhin an der Spitze ist: Ich habe mit meinen Söhnen den Start der ARTEMIS-Raumfähre verfolgt und einige Tage später die erfolgreiche Rückkehr. Sowohl die technologische Leistung, als auch der Mut der Besatzung ist bemerkenswert.
Für uns in der Schweiz heisst das, dass wir keinesfalls stehen bleiben und uns auf den Lorbeeren ausruhen dürfen. Auch im Osten sind chinesische Maschinenbauer dem Vernehmen nach auf der Qualitätsleiter nach oben gestiegen und machen der europäischen Industrie das Leben schwer. Als Schweiz müssen wir die bisher ausgewogene Balance zwischen Lebensqualität und wirtschaftlicher Prosperität immer wieder neu verhandeln. In der Tendenz scheint mir aber, dass immer öfter vergessen geht, dass Wohlstand täglich erarbeitet werden muss.
Zu den klassischen Stärken der Schweiz zählen top ausgebildete, treue Fachkräfte, eine gut ausgebaute Infrastruktur – z.B. Telekommunikation, Schiene, Strasse – und ein politisch stabiles System, das die Wirtschaftsfreiheit hochhält. Diese Erfolgspfeiler werden aber immer wieder angegriffen oder die Weiterentwicklung verhindert. Der IHVO setzt sich für Sie entsprechend ein, aber abstimmen müssen die Privatpersonen. In diesem Sinne: Auch wenn niemand darauf gewartet hat, neben der anspruchsvollen Führung eines Unternehmens sich auch noch politisch zu engagieren, wäre dies von unschätzbarem Wert: Unterstützt uns bei Vernehmlassungen, Mitwirkungsverfahren oder in konkreten Wahlen und Abstimmungen. Unser Schweizer Privileg ist: Wir haben die Zukunft als Stimmbürger in eigener Hand.
Tätigkeiten des Vorstands IHVO
Die Tätigkeitsfelder des IHVO lassen sich grob in zwei Hauptstossrichtungen gliedern: Einerseits die Anlässe, die direkt dem Mitgliederkreis zugutekommen, das Networking und den Informationsaustausch fördern: Sei es die IHVO-HR-Konferenz, die als geschätzte regionale Fachgruppe wirkt, seien es die Business-Lunches, wo Hidden Champions sichtbar gemacht werden. Oder der Dialog Wirtschaft-Politik, und aktuelle politische Fragestellungen erörtert werden. Jünger ist das Mit-Engagement bei Lead & Link, ein bewusster Entscheid, um die jüngere Führungsgeneration anzusprechen und zu unterstützen. Und nicht zuletzt natürlich der Herbstanlass, der sehr gut besucht ist und mit dem Mix aus Geselligkeit und inspirierendem Referat überzeugt.
Zentral ist aber auch der in den Einführungsworten angesprochene Kampf für gute Rahmenbedingungen: Im Bildungsbereich, wo wir weiterhin für das Leistungsprinzip und Praxisnähe einstehen. Im Verkehrsbereich, wo wir Verständnis für die Velovorzugsrouten unserer Mitarbeitenden haben. Wir kämpfen aber auch für leistungsfähige Transportachsen für die täglich hergestellten Güter sowie die Erbringung von Dienstleistungen.Oder im Energiebereich, wo eine ganzjährig zuverlässige und günstige Versorgung Kern einer erfolgreichen Wirtschaft ist. Derzeit sind wir aber anders unterwegs: Einer Studie zufolge haben wir mittlerweile die zweithöchsten Strompreise in Europa – und Europa im Vergleich zu anderen Wirtschaftsregionen sowieso ein höheren Niveau. Das ist ein wesentliches Problem für die Wettbewerbsfähigkeit, besonders für energieintensive Prozesse.
Unser Schwerpunkt liegt naturgemäss in der Region Olten, bis ins Gäu auf der einen Seite und Niederamt auf der andern. So stehen derzeit die Revision der Ortsplanung Olten an, ausserdem die Gesamtverkehrsplanung Olten – Gösgen. Bezüglich der Ortsplanung Olten werden wir als IHVO mitwirken. Die Frist ist kurz und etwas unglücklich – das Mitwirkungsende ist am 13. Juli. Und wir wären sehr froh, um eure Unterstützung, auch wenn ihr nicht Stimmbürger oder Unternehmen von Olten selbst seid: Die Attraktivität des Zentrums wirkt für die ganze Region, ganz zu schweigen von Themen wie Mobilität, die sowieso regionale Auswirkungen haben. Wir werden Ende Juni mit einer Info auf euch zukommen, wie ihr euch der IHVO-Stellungnahme in unveränderter oder angepasster Form anschliessen könnt. Je zahlreicher, desto besser, da dies unsere Repräsentativität stärkt.
Hinsichtlich kantonaler Themen danke ich Dani Probst als Direktor der Solothurner Handelskammer herzlich für die sehr gute Zusammenarbeit.Wenn ihr Themen habt, wo der IHVO unterstützen kann, bitte kommt auf uns zu.
Ihr seht, es ist ein vielseitiges Tätigkeitsspektrum und der Austausch im IHVO-Vorstand selbst ist sehr fruchtbar. Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen herzlich für ihren Einsatz und die Zusammenarbeit!
Abschluss und Dank
Urs Nussbaum bedankte sich nach dem statutarischen Teil bei der Familie Tonet für die Betriebsführung und das Gastrecht inkl. dem nachfolgenden reichhaltigen Apéro riche.