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IHVO fordert Bahnofplatz mit klarem Mehrwert

10. Nov 2019
Autor: Daniel Probst

Im Rahmen eines Mitwirkungsverfahrens hat sich der Industrie- und Handelsverein Olten (IHVO) zur Gestaltung des neuen Bahnhofplatzes Olten geäussert. Die aktuelle Verkehrssituation auf dem Bahnhofplatz ist ungenügend und verlangt eine Neugestaltung, die mit einem klaren Mehrwert für alle Verkehrsträger verbunden sein soll. So könnte der Bahnhofplatz als Chance für eine zentrale Überbauung genutzt werden.

Die aktuelle Verkehrssituation auf dem Bahnhofplatz Olten ist für den öffentlichen und privaten Personen- und Güterverkehr ungenügend. Deshalb befürwortet der Industrie- und Handelsverein Olten und Umgebung eine Neugestaltung und -organisation des zentralen Platzes.

Die Neugestaltung des Bahnhofplatzes muss jedoch mit einem klaren Mehrwert für alle Verkehrsträger verbunden sein, insbesondere auch für den privaten, motorisierten Personen- und Güterverkehr. Der IHVO wünscht sich eine visionärere, mutigere Betrachtung des Projekts und eine konsequente Entflechtung der verschiedenen Verkehrsträger.

 

Unbefriedigende Situation für motorisierten Individualverkehr

Für den motorisierten Individualverkehr ist das vorliegende Projekt in vielerlei Hinsicht unbefriedigend. Die Grossinvestition in den Bahnhofplatz muss zwingend auch eine Verbesserung für den motorisierten Güter- und Personenverkehr bringen. Dies wäre auch ohne weiteres möglich, wurde aber im Rahmen des vorliegenden Projekts offensichtlich nicht angestrebt.

Auch das vorgeschlagene Angebot von sechs Kiss&Ride-Parkplätzen und von 108 Park&Ride-Parkfeldern ist viel zu klein. In grösseren Städten zeigt sich bereits heute, dass K&R-Parkplätze durch das steigende Angebot von Uber-Taxis o.ä. immer wichtiger werden. Im Bereich der P&R-Parkfeldern bieten die beiden Nachbarstädte Aarau und Zofingen mit 500 respektive 400 Parkplätze vier bis fünfmal mehr Parkplätze an, als in Olten geplant sind.

 

Bahnhofplatz als Chance für zentrale Überbauung nutzen

Der im Projekt vorgeschlagene, mit einem Dach bedeckte Bahnhofplatz hat nur wenig Aufenthaltsqualität. Umgeben von Verkehrsströmen ist er als Aufenthaltsort für Personen nicht geeignet. Eine Kleinstadt wie Olten kann es sich nicht leisten, den verkehrstechnisch am besten erschlossenen Ort nur mit Verkehrsflächen zu vergeuden. Aus Sicht des IHVO kann der Bahnhofplatz einen Mehrwert erfahren, indem man ihn mit einem mehrstöckigen und flexibel nutzbaren Gebäude überbaut und im Erdgeschoss dieses Gebäudes einen Busbahnhof mit E-Ladestationen einrichtet. Die östliche Begrenzung für das Gebäude würde die Interessenslinie der SBB bilden. Das Gebäude könnte als Konferenzzentrum, Bahnhofgebäude, Hotel, usw. genutzt werden. In Partnerschaft mit den SBB Immobilien oder privaten Arealentwicklern könnte an dieser Stelle ein Gebäude von nationaler Bedeutung errichtet werden, ohne dass es den Kanton oder die Stadt einen Rappen kostet.