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Zwischen sozialem Auftrag und unternehmerischer Zukunft: Ein Blick hinter die Kulissen der VEBO
9. Mai 2026
Autor: Reto Spiegel
Im Rahmen der Eventreihe Business Lunch des IHVO besuchten 16 eingeladene Mitglieder am Mittwoch, 29. April 2026 die VEBO in Olten. Dabei erhielten die Gäste einen etwas anderen Blick auf das Thema soziale Integration.
Die VEBO ist vielen bekannt als Werkstatt für Menschen mit IV-Leistungen. Doch wer einen genaueren Blick hinter die Kulissen wirft, entdeckt ein Unternehmen im Wandel – mit einer klaren Vision, einem breiten Angebot und dem Mut, neue Wege zu gehen.In einem rund einstündigen Präsentations- und Rundgangs-Format erklärte André Zihlmann Geschäftsführer Standort Olten, wie die VEBO aufgestellt ist, wohin sie sich entwickeln will – und vor welchen Herausforderungen sie dabei steht.
Mehr als Arbeit – ein ganzes Ökosystem der Integration
Die VEBO ist im Kanton Solothurn tätig und bietet Menschen mit IV-Leistungen Arbeitsplätze in einer Vielzahl von produktiven Bereichen an.Das Angebot geht aber über Arbeitsplätze im Produktivbereich hinaus:
- Betreutes & begleitetes Wohnen für Menschen, die im Alltag punktuelle Unterstützung benötigen – etwa beim Einkaufen oder beim Aufrechterhalten eines geregelten Tagesablaufs
- Ausbildungsplätze auf den Niveaus PRA, EBA und EFZ
- Tagesstruktur für Personen mit einem Arbeitsangebot ohne Produktions- und Leistungsfokus
- Integrationsmassnahmen für Personen, die nach einer längeren Abwesenheit schrittweise in die Arbeitswelt zurückfinden wollen.
Der Morgen als kritischster Moment
Besonders eindrücklich war die Schilderung des Alltags. Jeden Morgen treffen die Mitarbeitenden ein – und die Teamleiterinnen und Teamleiter müssen innert kurzer Zeit einschätzen: Wer ist heute in welchem Zustand? Wer kann extern bei einem Kunden eingesetzt werden? Wer braucht heute eher ein ruhigeres Umfeld?
Das sei kein administrativer Vorgang, so die Aussage, sondern echte agogisch unterstütze Menschenkenntnis – täglich neu. Diese Fähigkeit, Menschen schnell und richtig einzuschätzen, sei eines der zentralen Qualitätsmerkmale der Team- sowie Abteilungsleitenden der VEBO.
Wirtschaftliche Standbeine ausserhalb des Kernauftrags
Ein weiterer Teil der Präsentation war der strategischen Weiterentwicklung gewidmet. Die VEBO bewegt sich in einem Spannungsfeld: Der soziale Auftrag wird durch kantonale Tarife mitfinanziert – aber die Kantone stehen unter Spardruck. Das ist keine Hypothese, sondern eine Realität, mit der die VEBO heute schon rechnet.
Die Antwort darauf ist eine schrittweise Verlagerung hin zu wirtschaftlicher Eigenständigkeit. Aktuell liegt das Verhältnis bei etwa 50% sozial und 50% industriell. Das Ziel ist, den industriellen Teil kontinuierlich zu erhöhen.
Konkret verfolgt die VEBO eine Strategie der Inklusion: Durch eigenständige Tochterunternehmen und Marken, die unter eigenen Namen am freien Markt auftreten, schafft sie wettbewerbsfähige Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten für Menschen mit IV-Rente. Dazu gehören unter anderem heute ein Startup im Bereich Industriesensoren, eine Malerei, eine Hundetagesbetreuung, eine Coiffeurkette sowie eine Eigenmarke für Produkte im Kinderbereich. Damit verbindet die VEBO soziale Verantwortung mit unternehmerischer Innovation und stärkt die Brücke zwischen Inklusion und Wirtschaft.
Das Modell ist nachvollziehbar: Wer nur von Sozialtarifen lebt, ist verwundbar. Wer daneben echte Marktleistungen erbringt, hat mehr Spielraum und finanzielle Stabilität und Eigenständigkeit.
Zahlen zum Standort Olten
Zum Abschluss wurden noch einige Kennzahlen des Standorts genannt:
- Rund 280 Mitarbeitende
- Über 50% der Leistungen werden direkt bei externen Unternehmen mit Personal vor Ort erbracht.
- Jahresumsatz: Rund 10 Millionen Franken
Fazit
Der Besuch bei der VEBO hat gezeigt, dass soziale Institutionen heute weit mehr sind als Auffangstrukturen. Sie arbeiten mit echten unternehmerischen Fragen: Wie finanzieren wir uns langfristig? Wie finden wir die richtigen Mitarbeitenden? Wie entwickeln wir Menschen weiter, ohne sie zu überfordern?
Ob die Strategie der VEBO aufgeht, wird sich zeigen. Aber der Ansatz – sich nicht passiv auf staatliche Finanzierung zu verlassen, sondern aktiv wirtschaftliche Standbeine aufzubauen – verdient Respekt.
NEIN zur Chaos-Initiative
17. Apr 2026
Autor: Daniel Probst, SOHK
Der Vorstand der Solothurner Handelskammer empfiehlt, die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» abzulehnen. Der vorgeschlagene starre Bevölkerungsdeckel ignoriert die demografische Realität, verschärft den Fachkräftemangel und gefährdet den bilateralen Weg mit der Europäischen Union. Für die exportorientierte Wirtschaft und das Gewerbe im Kanton Solothurn wäre dies ein Rückschlag.
Die Initiative verlangt, dass die Wohnbevölkerung der Schweiz bis 2050 die Grenze von zehn Millionen Personen nicht überschreiten darf. Bereits ab einer Bevölkerung von 9,5 Millionen müssten Bund und Parlament Massnahmen ergreifen, damit diese Obergrenze nicht erreicht wird. Wird die Marke überschritten, müssten internationale Abkommen neu verhandelt oder nötigenfalls gekündigt werden. Damit würde faktisch auch die Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union infrage gestellt.
Starre Zahl statt pragmatischer Steuerung
Für Wirtschaft und Arbeitsmarkt wäre ein solcher Automatismus problematisch. Die Initiative schreibt eine fixe Zahl in die Verfassung, ohne die wirtschaftliche Entwicklung, die demografische Situation oder den tatsächlichen Bedarf des Arbeitsmarktes zu berücksichtigen. Entscheidend ist nicht eine politisch festgelegte Bevölkerungszahl, sondern ob Unternehmen genügend Fachkräfte finden, ob Infrastruktur und Versorgung funktionieren und ob die Schweiz als Standort verlässlich bleibt.
Eine starre Obergrenze würde den politischen Handlungsspielraum stark einschränken. Statt einer flexiblen Steuerung der Zuwanderung drohte ein starres System, das weder den Bedürfnissen der Wirtschaft noch den gesellschaftlichen Realitäten gerecht wird.
Demografischer Wandel verschärft den Fachkräftemangel
Die Initiative blendet aus, dass die Schweiz in einer Phase der demografischen Alterung steht. Schon heute gehen mehr Menschen in Pension, als junge Erwerbstätige nachrücken. Gleichzeitig sind viele Branchen auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen, etwa im Gesundheitswesen, in der Industrie, im Bau, in der Gastronomie oder in der IT. Ohne Zuwanderung drohen zusätzliche Engpässe.
Auch der Kanton Solothurn ist davon direkt betroffen. Industrie, Bau und Gewerbe spielen eine wichtige Rolle für Beschäftigung und Wertschöpfung. Wenn qualifizierte Fachkräfte fehlen, betrifft das nicht nur einzelne Betriebe, sondern ganze Wertschöpfungsketten.
Arbeitskräftezuwanderung ist Teil der Lösung
Ein grosser Teil der Personen, die im Rahmen der Personenfreizügigkeit aus der EU in die Schweiz kommen, tritt direkt in den Arbeitsmarkt ein. Viele verfügen über eine hohe Qualifikation und arbeiten in Bereichen, in denen Fachkräfte besonders gesucht sind. Ohne diese Arbeitskräfte würde der Fachkräftemangel deutlich stärker spürbar.
Davon profitieren auch Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt. Zugewanderte Fachkräfte tragen zur Innovationsfähigkeit der Unternehmen bei, sichern Arbeitsplätze und leisten einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung. Gerade für exportorientierte Branchen und technologiegetriebene KMU ist der Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften ein zentraler Standortfaktor.
Gefahr für AHV und Sozialwerke
Der Bevölkerungsdeckel hätte nicht nur Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, sondern auch auf die Finanzierung der Sozialwerke. Zugewanderte Erwerbstätige sind im Durchschnitt jünger als die bestehende Bevölkerung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der Altersvorsorge. Wenn die Zahl der Erwerbstätigen sinkt, während gleichzeitig immer mehr Menschen in Pension gehen, verschlechtert sich das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentenbezügern.
Risiken für den bilateralen Weg
Besonders kritisch ist aus Sicht der Wirtschaft das Risiko für die Beziehungen zur Europäischen Union. Die Initiative zielt letztlich auf eine Kündigung der Personenfreizügigkeit ab. Damit würde auch das Paket der Bilateralen I aufs Spiel gesetzt. Die daraus entstehende Unsicherheit würde Investitionen bremsen und die Planungssicherheit für Unternehmen erheblich beeinträchtigen.
Die EU ist mit Abstand der wichtigste Handelspartner der Schweiz. Gerade exportorientierte Regionen wie der Kanton Solothurn sind stark in europäische Wertschöpfungsketten eingebunden. Zusätzliche Handelshemmnisse oder rechtliche Unsicherheiten würden besonders technologiegetriebene KMU treffen. Für viele Unternehmen im Kanton Solothurn sind stabile Beziehungen zum europäischen Markt daher von zentraler Bedeutung.
Breite Ablehnung in Wirtschaft und Gewerbe
Die Initiative wird nicht nur von der Solothurner Handelskammer abgelehnt. Auch die grossen nationalen Wirtschaftsverbände sprechen sich klar dagegen aus. Sowohl economiesuisse als auch der Schweizerische Gewerbeverband warnen vor den negativen Folgen eines starren Bevölkerungsdeckels für Arbeitsmarkt, Wohlstand und Standortqualität.
Der Vorstand des IHVO empfiehlt analog der Solothurner Handelskammer deshalb ein NEIN zur Chaos-Initiative. Die Schweiz braucht keine starre Obergrenze für ihre Bevölkerung, sondern stabile Beziehungen zu ihren wichtigsten Handelspartnern, verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen und eine pragmatische Steuerung der Zuwanderung.
https://www.nein-chaos.ch/
Solothurner Handelskammer lanciert «Bürokrat-o-mat»
18. Feb 2026
Autor: Daniel Probst
Mit dem «Bürokrat-o-mat» stellt die Solothurner Handelskammer (SOHK) der Wirtschaft ein neues digitales Instrument zur Verfügung, um bürokratische Hürden aus dem Geschäftsalltag einfach und strukturiert zu melden. Unternehmen können damit konkrete Beispiele aus ihrer Praxis einbringen und so aufzeigen, wo administrative Vorgaben unverhältnismässigen Auf-wand verursachen. Ziel ist es, faktenbasierte Rückmeldungen zu bündeln und den Bürokratie-Abbau gemeinsam mit Politik und Verwaltung gezielt voranzutreiben.
Administrative Auflagen und komplexe Verfahren führen bei vielen Unternehmen zu zusätzlichem zeit-lichem und finanziellem Aufwand. Mit dem neuen Online-Tool schafft die SOHK eine unkomplizierte Möglichkeit, entsprechende Erfahrungen systematisch zu erfassen und sichtbar zu machen.
Bürokratie beschäftigt Unternehmen am stärksten
Regulatorische Vorgaben stellen für viele Betriebe eine zunehmende Belastung dar. Im Sorgenbaro-meter der Solothurner Wirtschaft belegte das Thema «Bürokratie und Vorschriften» in den Jahren 2024 und 2025 den ersten Platz, noch vor Konjunktur, Kostenentwicklung und Fachkräftemangel.
Auch auf politischer Ebene ist das Thema präsent. Im Dezember 2025 haben 40 Mitglieder der Parla-mentarischen Gruppe Wirtschaft + Gewerbe im Kantonsrat einen fraktionsübergreifenden Auftrag zum Abbau übermässiger Bürokratie, Regulierung und administrativer Belastungen eingereicht.
Konkrete Rückmeldungen aus der Praxis
Mit dem «Bürokrat-o-mat» können Unternehmen administrative Hürden direkt erfassen, etwa bei Be-willigungsverfahren, Meldepflichten oder Dokumentationsanforderungen. Die Eingaben werden von der SOHK ausgewertet und anonymisiert zusammengefasst. Sie dienen als Grundlage für Gespräche mit Politik und Verwaltung sowie für gezielte Vorschläge zur Entlastung der Unternehmen.Die Idee basiert auf einem bereits bewährten Modell der Industrie- und Handelskammer Zentral-schweiz (IHZ), das für den Kanton Solothurn weiterentwickelt und angepasst wurde.
Niederschwelliges Angebot für alle Branchen
Unter Bürokratie leiden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen. Der «Bürokrat-o-mat» ist des-halb bewusst einfach aufgebaut und ohne grossen Zeitaufwand nutzbar. Das Angebot richtet sich an Unternehmen sämtlicher Branchen und ergänzt die bestehende politische Arbeit der Handelskammer.
Mit der Lancierung des Tools will die SOHK den Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Verwal-tung stärken. Ziel ist es, praxisnahe Lösungen zu fördern und die Rahmenbedingungen für Solothur-ner Unternehmen laufend zu verbessern.
Der «Bürokrat-o-mat» ist ab sofort online verfügbar unter: https://sohk.ch/buerokratomat
Auskünfte erteilt:
Daniel Probst Direktor Solothurner HandelskammerM 079 645 61 01
Beitritt zum Solothurner Komitee «NEIN zum Klima-Schuldenfonds»
2. Feb 2026
Autor: Daniel Probst, Direktor Solothurner Handelskammer
Das Komitee lehnt die Klimafonds-Initiative ab. Vorgesehen sind jährliche Einzahlungen des Bundes von 0,5 bis 1 Prozent des Bruttoinlandprodukts in einen neuen Fonds, was heute rund 4 bis 8 Milliarden Franken entspricht. Diese Mittel sollen ausserhalb der Schuldenbremse gesprochen werden und wären unabhängig von der wirtschaftlichen Lage zu leisten.
Wir laden Sie ein, diese Haltung zu unterstützen und dem Solothurner Komitee «NEIN zum Klima-Schuldenfonds» beizutreten. Je breiter das Komitee abgestützt ist, desto stärker ist das Signal aus Wirtschaft und Gewerbe.
Der Beitritt ist unter folgendem Link möglich:
https://www.solothurner-komitee.ch/klimafonds-nein
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Daniel ProbstDirektor
Solothurner Handelskammer
Grabackerstrasse 6 | 4500 Solothurn
T +41 32 626 24 24 | M +41 79 645 61 01 | F +41 32 626 24 26
daniel.probst@sohk.ch | www.sohk.ch | www.praxis-akademie.ch
form3D: Ausbildungszentrum für additive Fertigung
22. Jan 2026
Autor: Monika Meier
Dank der unmittelbaren Nähe zum nationalen Kompetenzzentrum Swiss m4m Center erhalten Kursteilnehmendewährend der Schulung direkte Einblicke in die industrielle Produktion additiver gefertigter Bauteile.
Wenn Sie sich für den Einsatz von 3D‑Druck in Ihrem Unternehmen interessieren oder Fachkräfte gezielt weiterbilden möchten, lohnt sich ein Blick auf das Angebot von form3D.
Wir laden Sie ein, dieses neue Angebot kennenzulernen und bei Interesse den direkten Austausch mit form3D zu suchen.
info@form-3D.ch | www.form-3D.ch | 032 645 00 24